Buch "Sakrileg" – Die Wahrheit hinter dem Weltbestseller

Buch „Sakrileg“ – Die Wahrheit hinter dem Weltbestseller

Hinter diesem Link ist eine der vielen vielen Seiten versteckt, welche es zum Ziel hat, den spannenden Thriller von Dan Brown zu diffarmieren.

Minutiös listet der Betreiber der Seite „Fehler“ und „Irrtümer“ auf, welche Dan Brown seiner Meinung begangen haben soll. Nun ja, das ist sein gutes Recht.

Allerdings nehme ich mir dasselbe bezüglich seiner Seite heraus, und tue ebenfalls meine Meinung kund.

Zitat: 1.Der Name Gottes im Judentum und in der Bibel lautet nicht „Jehova”, dies ist ein Lesefehler aus dem Mittelalter…

Korrekt. Allerdings erklären Sie diese Binsenweisheit mal den Zeugen Jehovas.

Der Name Gottes (JHWH) wurde aller Wahrscheinlichkeit nach als Jahwe ausgesprochen.

Korrekt.

Das Vierbuchstabenwort „JHWH” setzt sich auch nicht zusammen aus dem „männlichen Jah” und eines „vorhebräischen Wortes für Eva, Havah”. Die biblische Übersetzung lautet: „Ich werde sein, der ich sein werde” (2. Mose 3, 13). Gott ist nach dem Zeugnis der Bibel weder männlich noch weiblich!

Tja, das kann sein, ich frage mich nur wieso sein eigener Sohn ihn/sie dann Vater nennt?

Ganz im Gegenteil, Gott der Schöpfer von Mann und Frau ist Geist. Johannes 4,24: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten”.

Schonmal was von Dreifaltigkeit gehört? Naja, das hat man mir zumindest während des Religionsuntericht eingehämmert. (VATER-SOHN-HEILIGER GEIST) Ausserdem hat Gott sich ja in Jesus Christus inkarniert (Fleischwerdung).

2. Zur Zeit Jesu haben niemals „Tausende von Jünger” sein Leben aufgeschrieben. Jesus hatte keine tausend Jünger.

Korrekt. Allerdings haben doch einige mehr als die bekannten 4 Evangelisten das Leben und Wirken Jesu aufgeschrieben. Daraus wurden z.T. die sogenannten Apokryphen.

3. Es stimmt nicht, dass bis zum Konzil von Nicää (325 n. Chr.), Jesus nur als Mensch betrachtet wurde. Schon im Neuen Testament wird berichtet, dass Jesus Gottes Sohn ist und von den ersten Christen als Gott angebetet wurde (vgl. Johannes 1). Weitere Belege finden sich dafür auch in den vielen Berichte der Kirchenväter lange Zeit vor Konstantin verfasst.

Das ist jetzt aber wirklich peinlich mein lieber Freund: Bei eben diesem Konzil wurden doch genau diese Schriften erst in die Bibel aufgenommen. Das bedeutet doch dass damit Schriften welche behaupten, dass Jesus göttlich ist als Lehrmeinung zugelassen wurden. Somit beisst sich die Schlange wieder in den Schwanz.

4. Die Schriftrollen vom Toten Meer gehören nicht zu den „frühesten christlichen Dokumenten”. Es sind jüdische Texte, überwiegend aus der Zeit des 3.-1. Jh. vor Christus. Die ersten Qumranrollen wurden auch nicht „in den Jahren um 1950” gefunden, sondern bereits 1947. Sie enthalten nachweislich keine Informationen über Jesus.

Korrekt. Allerdings kann man auch etwas sehr pingelig sein, was das Datum des Fundes angeht, was ja schliesslich mit dem Inhalt an sich nichts zu tun hat. Ausserdem sind viele Inhalte der Schriftrollen durchaus christlicher Natur, wobei ja die Verfasser vermutlich Christus beeinflussten. Ist etwa ein Ausspruch nur deshalb nicht christlich, weil er von einem offensichtlichen Nicht-Christen stammt? Das würde ja bedeuten, das die Bergpredigt heidnischen Ursprungs ist, das Jesus nämlich Jude war.

5. Die Nag-Hammadi-Funde sind keine Schriftrollen, sondern Bücher, d.h. sie bestanden aus Papyrusblättern, die beidseitig beschrieben wurden. Es sind sogar die ältesten erhaltenen Bücher der Welt.

Absolut korrekt, nur etwas kleinlich.

6.Es stimmt auch nicht, dass der Vatikan die Herausgabe der Qumranrollen oder Nag-Hammadi-Texte verhindert hätte. Alle Texte aus Nag Hammadi und Qumran sind heute veröffentlicht. Die wissenschaftliche Edition der Qumrantexte wurde zuerst von der jordanischen, seit 1967 von der israelischen Antikenverwaltung beaufsichtigt. Der Vatikan hatte damit überhaupt nichts zu tun. Es gibt keine „Verschlußsache Jesus”!

Korrekt, da kann ich nichts dazu sagen ohne als paranoider Spinner zu gelten ;-)

7. Es ist unwahr, dass die apokryphen Evangelien älter als die Evangelien des Neuen Testaments seien. In Wirklichkeit wurden die gnostischen Evangelien lange Zeit nach Jesus (manche erst 200 Jahre später) aufgeschrieben. Es sind auch keine Evangelien im biblischen Sinne!

Ziemlich korrekt, aber auch hier muss dazu gesagt werden, dass die eigentlichen Evangelien erst beim Konzil von Nicäa anerkannt wurden. Diese vier sogenannten „kanonischen“ Evangelien wurden allerdings auch erst 40-140 Jahre nach der Kreuzigung geschrieben. Was mit der Formulierung „im biblischen Sinne“ gemeint sein soll, entzieht sich meinem theologischen (zugegeben laienhaften) Verständnis.

8. Es stimmt nicht, dass eine Ehe zwischen Maria Magdalena und Jesus „historisch verbürgt” ist. Das ist wildeste Spekulation. Es gibt keinen einzigen Beleg dafür!

9. Es ist unwahr, dass jeder jüdische Rabbi verheiratet sein musste. Wir wissen aus zeitgenössischen Berichten, dass es gerade in strengen frommen jüdischen Kreisen (wie bei den Essenern) viele unverheiratete Männer gab.

Historisch verbürgt ist m. E. sowieso nichts in diesem Zusammenhang, aber widerlegt ist eben auch nichts. Da es jedoch mehr als nur üblich war dass ein Rabbiner verheiratet war bzw. ist, sollte man doch wohl vermuten, dass solch eine Abweichung der Norm erwähnt worden wäre. Oder um ein wenig zu provozieren: Es wird ja auch nirgends erwähnt, dass Jesus heterosexuell war, bedeutet das nun er war schwul?

10. Es stimmt ebenso nicht, dass es keine neutestamentlichen Texte aus der Zeit vor Kaiser Konstantin gibt. Ganz in Gegenteil! Wir haben viele Papyri aus dem 2. und 3. Jh. aus dem Bodmer- und Chester-Beatty-Papyri enthalten grosse Teile des Neuen Testamentes aus dem Chr. Ein Vergleich dieser Papyri mit den Handschriften aus der Zeit Kaiser Konstantins und danach zeigen, dass es keine Zensur unter Konstantin gegeben hat. Der Inhalt der neutestamentlichen Botschaft, dass Jesus für unsere Sünden den Kreuzestod erlitten hat, ist allen Handschriften dergleiche.

Dazu kann ich leider nichts sagen, meine Recherchen ergaben bislang nichts, weder pro noch contra.

11. Unter Konstantin wurden nicht Tausende von Handschriften vernichtet. In Wirklichkeit wurden Bibeltexte vor ihm unter Kaiser Diokletian im grossen Stile bei den Christenverfolgungen vernichtet. Konstantin stiftete daher 50 Prachtbibeln auf Staatskosten für die Gemeinden, um die vernichteten Schriften z.T. zu ersetzen. Der Codex Vaticanus, bzw. Codex Sinaiticus könnten zu diesen konstantinischen Auftragsbibeln gehören.

Korrekt

12. Maria Magdalena war bei der Kreuzigung schwanger? Das ist Geschichtsfälschung pur!

Nun ja, was spricht gegen diese These? Sie selbst sagen es auf Ihrer Homepage immer wieder, Das Buch ist Fiktion.

Ich will hier nicht als Eiferer in Erscheinung treten, aber was mir im Internet an Hetzkampagnen gegen dieses Buch ins Auge fiel, hat mich zu diesem Eintrag veranlasst. Kommentare von Bischöfen, Websites katholischer Institutionen und Verbände und viele andere ähnliche Publikationen zielen nur darauf ab, uns, den Konsumenten den Spass an spannenden, kontroversen Geschichten zu verderben. Gerade die römisch-katholische Kirche sollte in unserer Zeit der spirituellen Leere und Orientierungslosigkeit ihre Prioritäten anders lagern. Aber eben…was solls es ist ja nur ein Buch.

Linguale Verbung: Alaaf, Alaaf, Alaaf!

Linguale Verbung: Alaaf, Alaaf, Alaaf!

Unter dieser URL findet ihr einen ziemlich witzigen BLOG. Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Gruss Chris